Das hängt davon ab, wohin das Foto geht. Ein Tool mit Upload verarbeitet dein Foto auf seinen Servern und behält es so lange, wie seine Richtlinie sagt. Ein Tool im Browser erhält es nie. Für ein Produktfoto passt meist beides. Für Porträts, Kinder, Unterschriften oder Kundenarbeiten nimm eines, das nichts hochlädt, und prüf diese Aussage selbst.
Die Frage, auf die es ankommt: Verlässt das Foto dein Gerät?
Hintergrundentferner arbeiten auf eine von zwei Arten. Manche schicken dein Foto an einen Server, führen dort das KI-Modell aus und schicken den Freisteller zurück. Andere schicken das Modell an deinen Browser und führen es auf deinem eigenen Computer aus, das Foto reist also nie.
Dieser Unterschied entscheidet über den größten Teil des Risikos. Aufbewahrungsfristen und Löschversprechen spielen erst eine Rolle, wenn eine Kopie deines Fotos auf dem Rechner eines anderen liegt. Verlässt das Foto dein Gerät nie, gibt es für einen Dienst nichts zu behalten, zu protokollieren oder zu verlieren.
Was mit einem Foto bei einem Dienst mit Upload passiert
Wenn du ein Foto in einen Hintergrundentferner mit Upload ziehst, durchläuft es diese Schritte:
- Die Datei reist über das Netzwerk zu den Servern des Betreibers, meist mit HTTPS verschlüsselt.
- Ein Server dekodiert das Bild und führt das Modell darauf aus.
- Das Ergebnis wird mindestens so lange aufbewahrt, dass du es herunterladen kannst.
- Danach werden die Dateien nach dem Zeitplan gelöscht, den die Richtlinie nennt. Kopien können auch in Protokollen und Backups liegen, für die eigene Fristen gelten können.
- Solange eine Kopie existiert, können Mitarbeitende und Auftragnehmer des Betreibers darauf zugreifen, soweit die Richtlinie es erlaubt, und bei einem Einbruch in den Dienst auch ein Angreifer.
Manche Dienste veröffentlichen ihre Aufbewahrungsfristen. Die Sicherheitsseite von remove.bg (auf Englisch), aktualisiert am 28. August 2025, sagt: „Your uploaded images are deleted typically within 60 minutes, guaranteeing no retrieval of any past data after 90 days“. Sinngemäß: Hochgeladene Bilder werden in der Regel innerhalb von 60 Minuten gelöscht, und nach 90 Tagen lassen sich garantiert keine früheren Daten mehr abrufen. Die Seite zur Datensicherheit von Photoroom (auf Englisch, geprüft am 23. September 2026) nennt gesonderte Fristen für Protokolle: „Operational logs are deleted after 15 days. API access logs are retained for one year, available to support security investigations and audit requests“. Sinngemäß: Betriebsprotokolle werden nach 15 Tagen gelöscht, Zugriffsprotokolle der API werden ein Jahr lang für Sicherheitsuntersuchungen und Prüfanfragen aufbewahrt.
Nach solchen Aussagen solltest du suchen: eine genannte Frist und ein Hinweis zu Protokollen. Bedenke aber, dass du sie von deiner Seite der Verbindung aus nicht prüfen kannst. Du vertraust darauf, dass der Betreiber tut, was auf der Seite steht.
Trainieren Hintergrundentferner mit deinen Fotos?
Die Richtlinien unterscheiden sich, und der genaue Wortlaut zählt mehr als die Überschrift. Die Datenschutzrichtlinie von Photoroom (auf Englisch), aktualisiert im März 2026, sagt: „By using Photoroom, you acknowledge that Photoroom processes and uses the images you upload to improve, train and develop Photoroom’s products, services and models. You can opt-out of this at any time by changing the settings on your account“. Sinngemäß: Wenn du Photoroom nutzt, erkennst du an, dass Photoroom deine hochgeladenen Bilder verarbeitet und nutzt, um seine Produkte, Dienste und Modelle zu verbessern, zu trainieren und zu entwickeln; widersprechen kannst du dem jederzeit in deinen Kontoeinstellungen. Der nächste Satz ergänzt: „This opt out shall not have retroactive effect on processing activities already carried out“. Sinngemäß: Der Widerspruch wirkt nicht rückwirkend auf bereits erfolgte Verarbeitung.
Die Bedingungen können sich auch mit dem Tarif ändern, und manchmal widersprechen sich die Seiten eines Dienstes. Die Sicherheitsseite von Photoroom sagt: „Enterprise contracts don’t train by default; self-serve API plans do, with opt-out in settings“. Sinngemäß: Bei Enterprise-Verträgen wird standardmäßig nicht trainiert, bei selbst gebuchten API-Tarifen schon, mit einer Widerspruchsmöglichkeit in den Einstellungen. Die Datenschutzrichtlinie sagt dagegen: „For clarity, our model improvement does not apply to the images processed through our Application Programming Interface (API)“. Sinngemäß: Die Verbesserung der Modelle gilt ausdrücklich nicht für Bilder, die über die API verarbeitet werden. Nutzt du die API, frag nach, welche der beiden Aussagen für deinen Vertrag gilt.
Wenn du die Richtlinie eines Dienstes liest, achte auf diese Formulierungen und Fragen:
- „Unsere Dienste verbessern“, „unsere Modelle entwickeln“, „maschinelles Lernen“ (auf Englisch „improve our services“, „develop our models“, „machine learning“). An diesen Stellen steht meist eine Klausel zum Training.
- Einwilligung oder Widerspruch (Opt-in oder Opt-out). Bei Opt-in wird nichts genutzt, solange du nicht zustimmst. Bei Opt-out wird es genutzt, bis du die Einstellung findest.
- Ob ein Widerspruch zurückwirkt. Deckt er nur künftige Uploads ab, schalte das Training vor deinem ersten Foto ab, nicht danach.
- Feedback-Schaltflächen. Manche Tools bitten dich, ein Ergebnis zu bewerten oder ein Bild beizusteuern. Lies nach, was ein Klick auf diese Schaltfläche erlaubt.
- Unterschiedliche Bedingungen je Tarif. Für kostenlose und zahlende Kunden, für die App und für die API können unterschiedliche Regeln gelten.
Reicht HTTPS?
Nein. HTTPS verschlüsselt die Verbindung zwischen deinem Browser und dem Server, wie die Übersicht von MDN zu Transport Layer Security erklärt, sodass niemand im Netzwerk dazwischen dein Foto unterwegs lesen kann. Über das, was nach der Ankunft passiert, sagt es nichts: Der Server entschlüsselt das Foto, um es zu verarbeiten. Das Schloss in der Adressleiste bedeutet, dass die Verbindung privat ist, nicht der Dienst.
Was bei einem Tool im Browser anders ist
Ein Tool im Browser dreht die Übertragung um: Das Modell kommt auf dein Gerät, statt dass dein Foto zu einem Server geht. Der Browser lädt das KI-Modell und eine Engine herunter und führt sie dann in deinem Tab mit WebAssembly aus (einem schnellen, abgeschotteten Format für kompilierten Code); stellt der Browser eine Grafikkarte bereit, nutzt er sie dabei über WebGPU (seine Schnittstelle zu ihr). So läuft das Freistellen auf dem Gerät auf dieser Website.
Der Tausch hat seinen Preis. Das erste Bild wartet, bis das Modell heruntergeladen ist (etwa 176 MB bei Backgrounds Remover; dein Browser behält es danach in seinem Cache, solange er kann), und dein eigenes Gerät erledigt die Arbeit. Es braucht also Zeit und genug freien Arbeitsspeicher: In unserer Messung in der Desktop-Version von Chromium auf einem Computer mit 4 virtuellen CPUs belegte der Browser-Tab bei einem typischen Foto etwa 1,2 GB und bei einem Foto mit 16 Megapixeln bis zu etwa 1,6 GB. Dafür gibt es nirgendwo eine Kopie deines Fotos außer auf deinem eigenen Gerät.
Backgrounds Remover arbeitet so. Die Website hat keinen Endpunkt, der ein Bild annimmt, ihre Sicherheits-Header erlauben der Seite nur Verbindungen zu ihrer eigenen Adresse, und ein automatisierter Test prüft, dass keine Anfrage eine Datei enthält. Unsere Seite zu Datenschutz und Sicherheit zeigt, was auf deinem Gerät bleibt, was dein Browser speichert und wie du es selbst prüfst, und die Datenschutzerklärung nennt, was die Website erhält. Die einzelnen Schritte stehen in der Anleitung, wie du einen Foto-Hintergrund ohne Upload entfernst.
Eine Checkliste, mit der du jeden Hintergrundentferner prüfst
Du musst keiner Website einfach glauben, auch unserer nicht. Bevor du einem Tool ein Foto gibst, das dir wichtig ist, geh diese Punkte durch:
- Sagt es, wo die Verarbeitung stattfindet? Such nach einer klaren Aussage wie „in deinem Browser“ oder „auf unseren Servern“. Sagt die Website es nicht, geh davon aus, dass das Foto hochgeladen wird, bis du es geprüft hast.
- Beobachte den Netzwerk-Tab. Öffne die Entwicklertools deines Browsers (F12 oder Cmd+Option+I auf einem Mac), wähle Netzwerk (Network) und füg dann ein Foto hinzu. Ein Upload ist eine POST- oder PUT-Anfrage, die etwa so groß ist wie dein Foto. Ein Tool, das lokal arbeitet, holt nur Dateien, mit GET- oder HEAD-Anfragen (diese Website kann außerdem einen kleinen Fehlerbericht senden, wenn etwas fehlschlägt; die gleich verlinkte Seite beschreibt ihn). Unsere Schritt-für-Schritt-Prüfung im Netzwerk-Tab zeigt, was du auf dieser Website erwarten kannst.
- Wird eine Aufbewahrungsfrist genannt? Bei einer genannten Frist, auch für Protokolle, kannst du ein Unternehmen leichter beim Wort nehmen als bei einem allgemeinen Versprechen, deine Privatsphäre zu respektieren.
- Wird die Nutzung fürs Training genannt? Prüf, ob es eine Einwilligung oder einen Widerspruch braucht und ob ein Widerspruch auch Fotos abdeckt, die du schon hochgeladen hast.
- Braucht es ein Konto, nur um herunterzuladen? Ein Konto verknüpft deine Uploads meist mit deinem Namen oder deiner E-Mail-Adresse.
- Sollst du etwas installieren? Eine Browsererweiterung oder ein Desktop-Programm kann auf weit mehr zugreifen als auf ein Foto. Ein einfacher Freisteller sollte keins von beiden brauchen.
- Ist die Datenschutzerklärung konkret und lesbar? Sie sollte nennen, was erhoben wird, wie lange es gespeichert bleibt und wie du die Löschung verlangst.
- Bist du auf der echten Website? Es gibt Nachahmer-Websites. Das Hilfecenter von remove.bg (auf Englisch, geprüft am 23. September 2026) warnt vor „unauthorized websites impersonating remove.bg and misleading customers with fraudulent charges and subscriptions“, also vor nicht autorisierten Websites, die sich als remove.bg ausgeben und Kunden mit betrügerischen Abbuchungen und Abos täuschen. Tipp die Adresse selbst ein oder nutze ein Lesezeichen, statt auf eine Anzeige zu klicken.
Upload und Browser im Vergleich
| Dienst mit Upload | Tool im Browser | |
|---|---|---|
| Wohin das Foto geht | Auf die Server des Betreibers | Bleibt auf deinem Gerät |
| Wer darauf zugreifen kann | Der Betreiber, alle, denen seine Richtlinie Zugriff gibt, und jeder, der in seine Systeme eindringt | Du und jede Browsererweiterung, der du erlaubt hast, Seiten zu lesen |
| Nach der Verarbeitung | Aufbewahrt, so lange die Richtlinie sagt, eventuell in Protokollen und Backups | Nichts aufzubewahren, weil nichts gesendet wurde |
| Wem du vertrauen musst | Der Richtlinie und der Sicherheit des Betreibers | Dem Code der Seite, dessen Anfragen du im Netzwerk-Tab beobachten kannst |
| Geschwindigkeit und Gerät | Läuft auf der Hardware des Betreibers, ein älteres Gerät ist also kein Hindernis; Dienste bieten eventuell auch große Stapel, Fotos als Hintergrund und Pinsel | Läuft auf deinem Prozessor oder deiner Grafikkarte, nach dem Download des Modells, und braucht genug freien Arbeitsspeicher |
| Verbindung | Für jedes Bild nötig | Nötig, um die Seite zu öffnen, und um das Modell beim ersten Mal herunterzuladen oder nachdem der Browser es gelöscht hat |
Wann ein Dienst mit Upload eine vernünftige Wahl ist
Ein Upload kann die sinnvolle Wahl sein, wenn:
- das Foto nicht sensibel ist, etwa ein Produkt auf einem schlichten Tisch, das ohnehin öffentlich in einem Angebot erscheint.
- du Hunderte Bilder hast, die in einem Durchgang bearbeitet werden sollen (Backgrounds Remover nimmt bis zu 20 auf einmal).
- du ein Foto als neuen Hintergrund willst, keine einfarbige Fläche.
- du Pinsel zum Nacharbeiten von Hand brauchst, um eine Haarsträhne zurückzuholen oder einen verirrten Schatten wegzuradieren.
- dein Gerät wenig Arbeitsspeicher hat, zum Beispiel ein Smartphone ohne genug freien Arbeitsspeicher für ein großes Modell.
Backgrounds Remover deckt die letzten vier Fälle nicht ab. Für solche Aufgaben such dir einen Dienst aus, lies zuerst seine Richtlinie und halte sensible Fotos von ihm fern.
Fotos, die besondere Vorsicht verdienen
Manche Bilder zeigen mehr als ihr Motiv. Überleg es dir zweimal, bevor du hochlädst:
- Porträts, besonders von Menschen, die nicht zugestimmt haben, dass ein Dritter ihr Foto verarbeitet.
- Kinder, die nicht mitentscheiden können, wo ihre Bilder landen.
- Innenräume deiner Wohnung, die den Grundriss, deine Sachen und Hinweise auf deinen Wohnort zeigen können.
- Unterschriften, die jemand anderes wiederverwenden könnte.
- Unveröffentlichte Produkte und Designs, die unter eine Vertraulichkeitsvereinbarung fallen können.
- Kundenmaterial, denn ein Vertrag oder eine Unternehmensrichtlinie kann verbieten, es an Drittanbieter zu schicken.
Fotos können außerdem versteckte Metadaten enthalten, etwa den Ort, an dem sie aufgenommen wurden. Ein Upload schickt meist die ganze Datei, Metadaten eingeschlossen.
Fragen
Ist ein kostenloser Hintergrundentferner unsicherer als ein bezahlter?
Nicht an sich. Der Preis sagt dir nicht, wohin das Foto geht; das zeigen dir die Richtlinie und der Netzwerk-Tab. Ein bezahlter Tarif kann andere Bedingungen haben, wie die Aussagen von Photoroom zum Training bei Enterprise-Verträgen und über die API zeigen. Lies also die Bedingungen für den Tarif, den du tatsächlich nutzt.
Kann ein Tool im Browser mein Foto trotzdem sehen?
Ja. Sein Code läuft in deinem Tab und muss das Bild lesen, um es zu verarbeiten. Entscheidend ist, ob irgendetwas das Foto nach außen schickt, und das zeigt dir der Netzwerk-Tab. Ein sorgfältiges Tool setzt sich außerdem selbst Grenzen: Die Header dieser Website erlauben der Seite nur Verbindungen zu ihrer eigenen Adresse.
Ist es ein Foto, das du lieber für dich behältst, entferne den Hintergrund in deinem Browser und lade das Ergebnis herunter. Das Foto wird nie hochgeladen.