Ein neuer Job, ein aktualisierter Lebenslauf, eine Über-uns-Seite, die bis Freitag dein Gesicht braucht: Das Foto, das du hast, ist eigentlich in Ordnung, aber hinter dir stehen ein Bücherregal, eine Küche oder ein halber Hochzeitsgast. Du kannst zu Hause ein brauchbares Porträt aufnehmen und in deinem Browser nur den Hintergrund gegen Weiß, ein neutrales Grau oder eine Markenfarbe tauschen. Gesicht, Haut und Kleidung bleiben so, wie die Kamera sie gesehen hat.
Die kurze Antwort
Mach ein scharfes, gleichmäßig ausgeleuchtetes Foto mit dem Gesicht zu einer schlichten Wand. Öffne Backgrounds Remover, zieh das Foto hinein und wähle Weiß, oder wähle Farbe und stell ein helles Grau oder deine Markenfarbe ein. Prüf die Haare in voller Größe, wähle dann unter Größe die Option Quadratisch oder 1080 x 1080 und lade das Bild herunter. Ist das Foto an den Schultern abgeschnitten, schließt es bündig mit dem unteren Rand des Quadrats ab. Das Foto bleibt die ganze Zeit auf deinem Gerät.
Nicht für Reisepass, Visum oder Ausweis
Für offizielle Ausweisfotos gelten eigene Regeln, und viele Behörden lehnen bearbeitete Bilder ab. Die Passfoto-Anforderungen des US-Außenministeriums (auf Englisch) sagen Antragstellern ausdrücklich, sie sollen ihr Foto nicht mit Computersoftware, Smartphone-Apps, Filtern oder künstlicher Intelligenz verändern. Den Hintergrund zu ersetzen, ist genau so eine Veränderung. In Deutschland nehmen die Behörden laut einem Artikel der Bundesdruckerei ab dem 1. Mai 2025, oder nach dem Ende einer Übergangsfrist, für Reisepass und Personalausweis keine ausgedruckten Lichtbilder mehr an; bis zum 31. Juli 2025 durften Papierfotos nur in Ausnahmefällen noch angenommen werden, etwa wenn vor Ort noch keine Aufnahmetechnik bereitstand. Das Lichtbild wird stattdessen in der Behörde aufgenommen oder von einem Fotodienstleister über eine zertifizierte Cloud an die Behörde übermittelt. Ein selbst bearbeitetes Foto kannst du dafür also gar nicht einreichen. Für Reisepass, Visum, Führerschein oder einen anderen amtlichen Ausweis folge den Vorgaben der jeweiligen Behörde und nutze ein unbearbeitetes Foto vor dem verlangten Hintergrund. Der Rest dieser Anleitung dreht sich um Lebensläufe, berufliche Profile, Teamseiten und interne Mitarbeiterausweise, bei denen dein Arbeitgeber die Regeln festlegt.
Schritt 1: Ein Porträt aufnehmen, das sich sauber freistellen lässt
Das KI-Modell entscheidet Pixel für Pixel, was zu dir gehört und was zum Raum. Machst du ihm das leicht, musst du später weniger nacharbeiten.
- Stell dich ein bis zwei Schritte vor eine schlichte Wand. Der Abstand hält deinen Schatten von der Wand fern und gibt der Haarkante einen klaren Hintergrund. Ein volles Regal hinter deinem Kopf ist der schwierigste Fall.
- Schau zum Fenster. Weiches Tageslicht im Gesicht schmeichelt und ist gleichmäßig. Ein Fenster hinter dir brennt einen hellen Rand in die Haare, und der Freisteller behält ihn.
- Trag etwas, das sich von der Wand abhebt. Ein weißes Hemd vor einer weißen Wand macht die Schulterlinie zum Ratespiel.
- Halte die Kamera auf Augenhöhe und das Foto scharf. Nutz den Selbstauslöser oder bitte jemanden, das Foto zu machen, tippe zum Fokussieren auf die Augen und verzichte auf Digitalzoom.
- Lass Platz um den Kopf. Etwas Raum über den Haaren und an den Seiten erlaubt dir später einen Zuschnitt, ohne etwas abzuschneiden.
LinkedIns eigene Tipps für ein professionelles Profilbild (auf Englisch) gehen in dieselbe Richtung: ein schlichter Hintergrund, damit du im Mittelpunkt stehst, natürliches Licht und ein Ausschnitt von den Schultern bis knapp über den Kopf, wobei dein Gesicht etwa 60 % des Bildes füllt.
Schritt 2: Den Hintergrund im Browser entfernen
- Öffne den Hintergrundentferner in einem Desktop-Browser.
- Zieh das Foto auf die Seite, wähle es aus oder füge es ein. JPEG, PNG und WebP funktionieren, meist auch AVIF, GIF und BMP.
- Beim ersten Mal lädt der Browser das KI-Modell (etwa 176 MB) herunter und speichert es im Cache; spätere Fotos im selben Besuch, und spätere Besuche, solange der Browser es aufbewahrt, überspringen diese Wartezeit.
- Sobald der Freisteller erscheint, wähle einen Hintergrund: Transparent, Weiß oder Farbe. Das Umschalten geht sofort und startet das Modell nicht neu.
- Wähle unter Größe die Option Quadratisch oder 1080 x 1080, wenn du ein quadratisches Profilbild brauchst.
- Wähle PNG herunterladen (oder JPG herunterladen, wenn du bei Weiß oder Farbe unter Format JPG gewählt hast).
Ein Porträt ist ein persönliches Foto. Hier wird es auf deinem eigenen Gerät dekodiert und verarbeitet und nie hochgeladen, es liegt also keine Kopie deines Gesichts auf einem fremden Server. Die Schritt-für-Schritt-Prüfung im Netzwerk-Tab zeigt, wie du das in den Entwicklertools deines Browsers bestätigst. Fotos über 16 Megapixel werden zuerst auf 16 Megapixel verkleinert.
Schritt 3: Weiß, Grau oder Markenfarbe wählen
- Weiß ist die sichere Standardwahl für einen Lebenslauf, ein Verzeichnis oder eine Website mit weißem Layout. Auf einer weißen Seite können blonde Haare oder ein weißes Hemd allerdings mit dem Layout verschmelzen, prüf es also direkt dort.
- Ein helles, neutrales Grau behält den klaren Look und gibt einem hellen Hemd oder blonden Haaren trotzdem eine Kontur. Wähle Farbe und stell ein Grau ein, das etwas dunkler ist als die Seite.
- Eine Markenfarbe passt zu einer Teamseite oder der Referentenliste einer Konferenz. Nimm den exakten Hex-Code aus den Markenrichtlinien; die Anleitung zum Ändern der Hintergrundfarbe eines Fotos behandelt Hex-Codes und Kontrast.
Probier alle drei aus, solange das Foto auf der Seite ist. Sie nutzen denselben Freisteller, du kannst also eine weiße Version für deinen Lebenslauf und eine transparente für spätere Designarbeit herunterladen.
Ein Hinweis zur Begrifflichkeit bei LinkedIn: Das „Hintergrundbild“ dort ist das breite Banner hinter deinem Profilbild, nicht die Fläche hinter deinem Kopf. Für das Profilbild selbst sagen LinkedIns Richtlinien für Profilfotos, es solle „Ihrem Aussehen entsprechen“. Nur den Hintergrund zu ändern, hält sich daran.
Schritt 4: Haare und Bildränder prüfen
An den Haaren entscheidet sich, ob ein Freisteller gelingt. In unserem Test mit einem Studioporträt am 17. September 2026 kamen die Haarkanten sauber heraus, aber neben einem großen dunklen Objekt am Bildrand blieb etwas vom ursprünglichen Hintergrund stehen. Auf einem schlichten neuen Hintergrund fällt so ein Rest leicht auf, achte also darauf.
Zoome auf volle Größe und fahre die Kontur entlang: den Scheitel, abstehende Strähnen, rund um Ohren und Brille und an den Schultern, wo sie auf den Bildrand treffen. Siehst du einen hellen oder dunklen Saum, entferne Halos und unsaubere Kanten in einem kostenlosen Editor mit dem transparenten PNG und setze den fertigen Freisteller dort auf deine Farbe.
Eine Teamseite einheitlich halten
Eine Teamseite wirkt aufgeräumt, wenn sich die Fotos nur in den Menschen unterscheiden. Ein paar Gewohnheiten helfen dabei:
- Einigt euch auf eine Farbe und teilt ihren Hex-Code, statt jede Person „hellgrau“ nach Augenmaß wählen zu lassen.
- Gleicht den Ausschnitt an. Exportiert jedes Foto in derselben Größe, zum Beispiel 1080 x 1080, damit alle dieselbe Form haben. Jedes Quadrat wird an den Freisteller des jeweiligen Fotos angepasst, Köpfe landen also nur dann in ähnlicher Größe und Höhe, wenn die Fotos ähnlich aufgenommen wurden; den Rest verfeinert ihr in einem Editor.
- Bearbeitet die Fotos zusammen. Wählt bis zu 20 auf einmal aus oder zieht sie hinein; die Farbe und die Größe, die ihr wählt, gelten für jedes Foto, und Alle herunterladen (ZIP) speichert die Serie in einer Datei.
- Fragt, bevor ihr das Foto einer Kollegin oder eines Kollegen bearbeitet, und gebt das Ergebnis zur Freigabe zurück. Es ist ihr Gesicht auf einer öffentlichen Seite.
Grenzen, die du kennen solltest
- Nur der Hintergrund. Das Tool retuschiert nicht und ändert weder Haut noch Kleidung; zuschneiden kann es nur quadratisch über Größe. Ein Ausweisfoto macht es deshalb auch nicht regelkonform.
- Nur Volltonfarben. Kein unscharfes Büro, kein Verlauf, kein Fotohintergrund.
- Schwierige Fälle bleiben schwierig. Sehr feine abstehende Haare, ein Gegenlichtrand, eine zweite Person im Bild oder ein großes Objekt am Rand können unsauber werden. Das KI-Modell behält das auffälligste Motiv.
- Bis zu 20 Fotos pro Stapel. Ein größeres Team braucht mehr als einen Stapel, und jedes Foto braucht trotzdem seine eigene Prüfung der Haare.
Bereit, die Küche gegen einen sauberen Hintergrund zu tauschen? Ändere den Hintergrund deines Bewerbungsfotos im Browser und prüf die Haare, bevor du es veröffentlichst.